Hausverkauf im Scheidungsfall

Wem steht was zu?

Mit einer Ehe verbinden sich nicht nur zwei Partner, sondern auch Vermögen und Ersparnisse. Mit der Scheidung gilt es dieses wieder gerecht aufzuteilen. Da hier nicht nur gesetzliche Gegebenheiten, sondern auch Lebensumstände berücksichtigt werden müssen, ist dies oft nicht ganz leicht. Zum Beispiel stellt sich die Frage: Was passiert mit der gemeinsam bewohnten Immobilie?

Im Folgenden gehen wir dieser Problematik auf den Grund und helfen Ihnen dabei, grundsätzliche Fragen zur Immobilienaufteilung im Scheidungsfall zu beantworten.

  • Der Ehevertrag – Fluch oder Segen?
  • Die Sache mit dem Grundbuch: Wem steht das Haus zu?
  • Ausgleichszahlung bei einem alleinigen Eigentümer
  • Kinder als Faktor bei Ausgleichszahlung und Wohnrecht
  • Warum Immobilienberatung im Scheidungsfall sinnvoll ist
  • Wieviel ist meine Immobilie wert?
  • Zugewinnausgleich der Immobilie bei Scheidung
  • Haus mit Kredit verkaufen
  • Vermietung der Immobilie nach Scheidung

Der Ehevertrag – Fluch oder Segen?

Auch wenn der Ehevertrag für viele nicht ins Konzept der Liebe passt, so kann er bei einer Scheidung viel Arbeit ersparen und klare Verhältnisse schaffen. Vor allem sinnvoll ist der Ehevertrag, wenn die Vermögensverhältnisse der Eheleute sehr unterschiedlich ist. In ihm werden grundlegende Punkte wie Besitzansprüche, Vermögensaufteilungen und die Höhe der Unterhaltzahlung festgehalten.

Da eine faire Rechtsabsicherung im Falle einer Scheidung gewährleistet wird, kann auch der Streit um eine Immobilie vorgebeugt werden.

Hat man keinen Ehevertrag, dann wir die Vermögens- und Gütertrennung in Österreich gesetzlich bestimmt. Haus und Wohnung fallen hier unter das sogenannte Gebrauchsvermögen, was sich von den “nicht aufteilbaren“ persönlichen Gebrauchsgegenständen, durch die gemeinsame Nutzung unterscheidet.



Die Sache mit dem Grundbuch: Wem steht das Haus zu?


Die Sache mit dem Grundbuch:

Wem steht das Haus zu?

Im Prinzip geht es unter österreichischem Gesetz stets darum, das Gebrauchsvermögen, Ersparnisse und auch Schulden bei einer Scheidung gleichwertig auf beide Ehepartner aufzuteilen.


Eine Immobilie gerecht aufzuteilen, stellt sich oft als kompliziert dar, vor allem wenn sich die Ehepartner untereinander nicht einigen können. Mit hinein spielen der Grundbucheintrag, Vermögen der einzelnen Parteien, aber auch Lebensumstände, Kinder usw.


Stehen beide Ehepartner im Grundbuch, ist der Sachverhalt um die Immobilie leichter geregelt. Da beide gleichwertige Besitzer der Immoblie sind, ist es hier am einfachsten, das Haus zu verkaufen und den Gewinn aufzuteilen und ggf. zunächst Kredite usw. abzulösen. Will einer der Ehegatten die Immobilie behalten, dann muss er/sie dem Gegenübe einen Ausgleich (die Hälfte des Verkehrswert der Immobilie) zahlen.

Steht nur einer der Ehepartner im Grundbuch, dann liegt der Eigentum in Händen dieser eingetragenen Person. Bei alleinigem Eigentum behält die Person in vielen Fällen das Haus und bleibt auch darin wohnen. Dies ist jedoch zunächst irrelevant wenn es um die Vermögensverteilung geht. Auch wenn die Immobilie an sich nur einem Partner laut Grundbuch gehört, muss bei einer Scheidung das Vermögen der Immobilie aufgeteilt werden. Dem nicht eingetragenen Ehepartner steht also trotzdem ein Anteil des Verkehrswerts der Immobilie zu.


Wer hat das Wohnrecht?

Auch gilt zu bedenken, dass das Wohnrecht trotz eines alleinigen Eigentums nicht in jedem Fall bei dem Eigentümer liegt. Abhängig von der Lebenssituation des Ehepartners (evt. gemeinsame Kinder, oder keine finanziellen Sicherung einer eigenen Wohnung) kann ihm/ihr Wohnrecht für die Immobilie eingeräumt werden, auch wenn die Immobilie dem anderen Ehepartner, laut Grundbuch, gehört. Hier muss jeder Einzelfall individuell betrachtet werden.

Ausgleichszahlung bei einem alleinigen Eigentümer


Ausgleichszahlung bei einem alleinigen Eigentümer

Auch wenn bei der Vermögensverteilung bei einer Scheidung meist eine 50-50 Lösung angestrebt wird, spielen bei der Ausgleichszahlung der Immobilie viele Faktoren eine Rolle. Laut Gesetz in Österreich gilt der Grundsatz der Billigkeit. Es muss stets gewährleistet sein, dass der Ausgleichnehmer sich von der Summe eine neue Eigentumswohnung leisten kann. Auf der anderen Seite darf die Ausgleichszahlung dem Zahlenden nicht die Existenz bedrohen. Es müssen also, neben dem Immobilienwert, auch Faktoren wie Einkommens- und Vermögensverhältnisse beider Parteien miteinbezogen werden.

Kinder als Faktor bei Ausgleichszahlung und Wohnrecht


Kinder als Faktor bei Ausgleichszahlung und Wohnrecht

Ein weiterer Faktor für die Ausgleichszahlung und dem Wohnrecht der Eherpartner spielen Kinder. Das österreichische Gesetz sieht vor, dass im Falle einer Scheidung stets zugunsten des Kindeswohls entschieden wird. So kann in manchen Fällen zugunsten des Sorgeberechtigten entschieden werde, obwohl sie/er im Nichtvorhandensein von Kindern evt. einen geringeren Ausgleich erhalten hätte.

Doch nicht nur die Ausgleichszahlung, auch das Nutzrecht, kann vom Gericht anders verteilt werden, als das Grundbuch vorsieht. Auch wenn beispielsweise der Ehegatte laut Grundbuch alleiniger Besitzer eines Hauses ist, kann der Ehegattin das dringende Wohnrecht der Immobilie zugewiesen werden, sofern die Ehepartner Kinder haben und die Vermögensverteilung das Kinderwohl beeinträchtigen könnte. Die Verschlechterung des Kindeswohls kann finanzieller Natur sein oder auch Faktoren wie das raus reissen aus gewohnter Umgebung und Struktur.

Warum Immobilienberatung im Scheidungsfall sinnvoll ist

Warum Immobilienberatung im Scheidungsfall sinnvoll ist

Entwickelt sich die Immobilienverteilung bei einer Scheidung zu einem komplizierten Fall, ist es sehr ratsam eine Rechtsberatung aufzusuchen.

Rechtsberatung im Scheidungsfall

Ein langer Rechtstreit um die Immobilie(n) sollten, wenn irgend möglich, verhindert werden. Im schlimmsten Fall kann es bei anhaltenden Unstimmigkeiten zu einer Zwangversteigerung/Teilversteigerung kommen, welche meist weitaus geringere Gewinne erzielt und nur in letzter Instanz geschehen sollte.

Maklerberatung im Scheidungsfall

Neben der Rechtsberatung sollte unbedingt auch ein/e Immobilienmakler/in aufgesucht werden. Denn bevor eine Ausgleichszahlung für eine Immobilie bestimmt wird, muss zunächst der aktuelle Wert der Immobilie ermittelt werden.

Hierfür ist es ratsam, die Schätzung von einem neutralen Experten durchführen zu lassen. Damit kein Mistrauen gegenüber einem Eherpartner bzw. des geschätzten Verkehrswerts entsteht, sollen sich beide Parteien bei der Auswahl eines Wertschätzers einig sein.

Wieviel ist meine Immobilie wert?


Wieviel ist meine Immobilie wert?

In den meisten Fällen einer Scheidung, bei der eine Immobilie im Spiel ist, wird das Hinzuziehen eines Maklerbüros notwendig. Entweder um zunächst den Verkehrswert des Hauses zu ermitteln oder um das Haus im nächsten Schritt zu verkaufen. Bei einem Maklerbüro bekommen Sie fundierte Wertgutachten ihrer Immobilie. Das Fachwissen über Beschaffenheit der Immobilie, eventuelle Renovierungsbedürftigkeit und das Einbeziehen der Örtlichkeiten und Mietspiegel wird es Ihnen ermöglichen einen genauen Verkehrswert Ihrer Immobilie zu ermitteln.



Falls Ihre Immobilie in Salzburg oder Umgebung liegt und Sie nach einem Makler suchen, würden wir uns freuen Ihnen mit unserem Expertenteam zur Seite zu stehen. Ob Wertgutachten, Vermietung oder Verkauf von Immobilien - bei uns werden Sie persönlich und kompetent beraten und unterstützt. Zusammen ermitteln wir den Verkehrswert ihrer Immobilie.



Zugewinnausgleich der Immobilie bei Scheidung

Um vorab bereits eine ungefähre Richtlinie für den Wert Ihrer Immobilie zu erfahren, benutzen Sie gerne unseren Wertrechner:

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Zugewinnausgleich der Immobilie bei Scheidung

Wenn bei Eheschließung kein Ehevertrag aufgelegt wurde, dann gilt es bei der Scheidung das Vermögen (inkl. Schulden) aufzuteilen, welches innerhalb der Ehezeit erlangt wurde. Es kann gemeinsames Vermögen gemacht werden oder aber jeder Ehepartner hat eigenes Eigentum, das er/sie selbst verwaltet.

Bei einer Scheidung soll das gesamte Vermögen gerecht aufgeteilt werden. Hat einer der Partner im Laufe der Ehe mehr Vermögen gemacht als der andere, dann gilt es auch dies bei einer Scheidung anteilig auszugleichen. Dementsprechend wird bei der Vermögensaufteilung von einem Zugewinnausgleich gesprochen.

Der Zeitraum welcher dem Zugewinnausgleichs zugrunde liegt ist die Zeit zwischen Eheschließung und Scheidung. Es sei denn die häusliche Gemeinschaft wurde vorher aufgelöst. In dem Fall gilt der Tag des Auszugs als Endpunkt.

Auch Immobilien gehören zu den Gebrauchsgütern, die bei einer Scheidung aufgeteilt werden müssen. Hierbei ist es zunächst nicht relevant ob es einen alleinigen Eigentümer gibt, da der Immobilienwert trotzdem für den Zugewinnausgleich berücksichtigt werden muss.

Zugewinnausgleich und Erbe

Hat einer der Eherpartner im Laufe der Ehe jedoch ein Haus geerbt, dann wird dieses nicht beim Zugewinnausgleich einbezogen. Lediglich die Differenzsumme der Wertsteigerung der Immobilie nach einer nachträglichen Renovierung o.ä. wird in den Ausgleich einberechnet.

Zugewinnausgleich bei Krediten

Generell gilt in Österreich, dass der Ehepartner, der den Vermögenswert erhält auch die Finanzierung des Kredits trägt. Doch ganz so einfach ist dies nicht immer zu bestimmen. Unter Einbezug der Lebenssituation und den vorherigen beschriebenen Punkten müssen auch Schulden bei einer Scheidung aufgeteilt werden.

Oft stellen sich auch weitere Fragen wie: Komme ich aus einem gemeinsamen Kredit raus? Kann man das Haus verkaufen trotz Kredit? Kann der Kredit umgeschrieben werden nach einer Trennung?

Haus mit Kredit verkaufen bei Scheidung


Haus mit Kredit verkaufen bei Scheidung

Zunächst muss geklärt werden, ob das Haus oder die Wohnung weiter als Eigentum im Besitz bleibt oder verkauft werden soll. Wird das Haus verkauft, ist die einfachste Möglichkeit, den Kredit mit dem Gewinn abzulösen. Doch nicht jeder Vertrag mit einer Bank, erlaubt die vorzeitige Ablösung des gesamten Kredits.

Generell ist es möglich, ein Haus zu verkaufen obwohl es noch nicht abbezahlt ist. Der Kaufpreis muss hier jedoch in jedem Fall die Schulden abdecken. Die Einzelheiten müssen hier unbedingt mit der jeweiligen Bank besprochen werden.



Brauchen Sie Hilfe beim Verkauf Ihrer Immobilie? Das Expertenteam von Bamber Immobilien unterstützt Sie fachkundig bei allen nötigen Schritten. Ob beratend, beim Wertschätzen Ihrer Immobilie oder im Erstellen der Anzeige und dem Verkauf ihrer Immobilie. In manchen Lebenslagen tut es gut Unterstützung zu haben wir sind für Sie da!

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Laufender Kredit für Immobilie nach Scheidung

Läuft der Kredit auch nach der Scheidung weiter, so muss bestimmt werden, was mit dem Kredit passiert bzw. wer die Tilgung trägt. Die Bank wird sich immer auf das beziehen, was vertraglich festgehalten wurde. So wird die Zahlungsaufforderung immer an die Person/en gestellt, die den Vertrag unterschrieben hat/haben. Dies gilt auch sofern der gerichtliche Scheidungsvergleich die Schuldenzahlung anders aufgeteilt hat. Die Umsetzung liegt also in der Verantwortung beider Parteien.

Haus mit Kredit verkaufen bei Scheidung

Haus mit Kredit verkaufen bei Scheidung

Das gemeinsame Haus oder die Wohnung muss nicht immer zum Streitfaktor werden. Vielleicht gehen Sie im Guten Auseinander und beschließen die Immobilie weiterhin gemeinsam, gewinnbringend, zu behalten. Gerade wenn es Kinder gibt, kann es sinnvoll sein, die Immobilie zunächst im Familienbesitz zu lassen. Eine Option wäre in diesem Fall, die Immobilie an Dritte zu vermieten und die Kosten und Gewinn weiterhin gerecht aufzuteilen.



Falls Sie eine Immobilie in Salzburg oder Umgebung vermieten möchten, können Sie sich gerne an uns wenden. Wir erstellen professionelle Inserate und helfen Ihnen dabei die richtigen Mieter zu finden. Rufen Sie uns einfach an oder wählen Sie die Rückruf Option.

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